DAWID TOMASZEWSKI, Designer und gleichnamiges Fashion Label

Wir denken positiv und haben uns neu orientiert …

Wir haben verschiedene Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen gefragt, wie sie mit der Corona-Krise und dem augenblicklichen Shutdown umgehen. In diesem Beitrag spricht der Fashion-Designer Dawid Tomaszewski darüber, wie er und sein Team die Corona-Krise erlebt. Welche Herausforderungen auf das Unternehmen zu kamen, wie sich die Produktion, der Vertrieb und natürlich die Erreichbarkeit für den Kunden verändert hat. Es stellen sich Fragen nach neuen Präsentationsformen und Lieferterminen für die Fashion Branche

Wie geht Ihr mit der Krise im Unternehmen DAWID TOMASZEWSKI um?

Wir denken positiv. In den ersten Wochen waren auch wir unsicher, wie wir mit der Krise und dem Corona Virus wirtschaftlich und intern umgehen sollten. Wir haben uns intensiv mit der momentanen Lage auseinandergesetzt und neu orientiert. Intern arbeiten unsere Assistenten von zu Hause aus und unser Team im Atelier und Office ist auf 3 Mitarbeitern inklusive mir selbst beschränkt.

Wirtschaftlich kam die Krise nicht überraschend nach Deutschland, denn China und Italien mussten sich schon viel früher mit dem Virus auseinandersetzten. Das hieß für uns, verspätete Lieferungen oder sogar das Ausfallen bestimmter Waren. Da wir permanent mit unseren Produzenten im Austausch sind, kamen die Verzögerungen nicht überraschend und konnten abgefedert werden.

Könnt Ihr die kommenden Kollektionen fristgerecht umsetzen?

Intern sind wir gut aufgestellt und sind es gewohnt an mehreren Kollektionen gleichzeitig zu arbeiten, so dass wir schon vor den nationalen Beschränkungen den Großteil an Prints erstellen und Stoffe für unsere spring/summer 2021 Kollektion ordern konnten. Da die bevorstehende Sales-Saison, in mehreren Punkten noch sehr ungewiss ist, haben wir die spring/summer 2021 Kollektion optimiert und uns auf starke Produkte konzentriert. Die Krise ist eine globale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung, aber jedoch auch eine Chance für die Modebranche sich beispielsweise von verfrühten Reduzierungen und großen Warenbeständen zu erholen.

Habt Ihr Lösungen zur Unterstützung der Handelspartner gefunden?

Für unsere Partner ist es natürlich schwierig, da sie ihre Läden vorrübergehend schließen mussten. Wir suchen gemeinsam mit ihnen einen Weg, wie wir sie unterstützen können, um auf ihre unterschiedlichsten Anforderungen individuell eingehen zu können, beispielsweise mit dem Online-Verkauf über Social Media-Plattformen. Normalerweise schützen wir unsere Einzelhändler mit einer Einschränkung des Onlinehandels, aber die Corona-Krise und die damit verbundenen massiven Umsatzeinbrüche, sowie die zu erwartende Rezession fordern Umdenken auch für die Herbst/Winter Saison. Die Frühjahr/Sommer Kollektion sollte nicht vor August reduziert werden und der Saisonbeginn für Herbst-Winter verlegt sich auf Mitte September. Gemeinschaftliches Handeln kann die wirtschaftliche Lage im Handel stabilisieren und somit die Saisons wieder ins richtige Zeitfenster rücken.

Wie sieht der augenblickliche Verkauf und die Kommunikation mit dem Endkunden aus?

Der Weg sind digitale Showrooms und mehr Aktionen im Social Media Bereich. Wir haben einen kleinen, aber feinen Online Shop mit unseren Bestsellern ins Leben gerufen, dadurch müssen unsere Kunden nicht auf unsere spring/summer 2020 Kollektion verzichten. Auch Anfragen über Instagram bearbeiten wir und verschicken süße Pakete.

Ich möchte meine positive Energie mit meinen Followers teilen, deshalb setze ich momentan viele Gewinnspiele um. Ich möchte die Leute da draußen ein wenig von der aktuellen eher tristen Situation ablenken und ihnen eine kleine Freude machen.

Welche Auswirkungen hat diese schwierige Zeit auf die Mitarbeiter?

Wir sind uns sehr nah, da wir viel Zeit miteinander verbringen. In der Hauptsaison sind das oft 7 Tage die Woche, non-stop. Durch die Krise helfen wir uns gegenseitig und sind füreinander da. Wir geben aufeinander acht und sitzen sozusagen gemeinsam in Quarantäne.

Online-Shop “Dawid Tomaszewski”

Vielen Dank an Dawid Tomaszewski für das Interview!

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