LILITH

… REBEKKA RUÉTZ WINTER 2026/27

BERLIN FASHION WEEK

Mit LILITH präsentiert Rebekka Ruétz auf der Berlin Fashion Week Winter 2026 eine Kollektion, die nicht erklärt, sondern spürbar wird. FRONTROW war vor Ort und erlebte eine Schau, die sich bewusst jeder Eindeutigkeit entzieht — ruhig, kraftvoll und von großer innerer Spannung getragen.

Lilith steht hier nicht für bloße Provokation oder laute Rebellion. Sie erscheint als Sinnbild weiblicher Ganzheit — einer Weiblichkeit, die ihre Widersprüche nicht glättet, sondern trägt. Stärke neben Verletzlichkeit, Würde neben Angst, Licht neben Schatten. Rebekka Ruétz übersetzt den Mythos in die Gegenwart und öffnet damit einen Raum, in dem weibliche Autonomie nicht erklärt, sondern selbstverständlich gelebt wird.

Die Kollektion entsteht aus dem Prozess heraus. Silhouetten werden nicht vorab definiert, sondern entwickeln sich im Dialog mit dem Körper. Drapierungen verschieben sich, Schnitte werden neu gedacht, Materialien geprüft, bis sich eine klare Haltung zeigt. Jeder Look wirkt weniger entworfen als entdeckt — Mode im Werden, nicht im Abschluss.

Ein besonders prägendes Element sind Applikationen aus echtem Moos. Als lebendiges Material steht es für Zeit, Veränderung und Vergänglichkeit. Es reagiert auf Bewegung, bröselt, hinterlässt Spuren. Kleidung wird so nicht als perfektes Objekt verstanden, sondern als etwas Lebendiges — ein Körper, der Geschichte trägt und sich ihr nicht entzieht.

Die Farbwelt bleibt reduziert und zugleich vielschichtig. Rabenschwarz bildet das Fundament. Rottöne erscheinen nuanciert — von dunklem Blutrot über klares, leuchtendes Rot bis hin zu tiefem Purpur mit violettem Einschlag. Ergänzt wird die Palette durch Kalkweiß, schmutziges Beige sowie schimmernde Akzente in muted Gold und moonlit Silver. Ein Spiel zwischen Erdung und Transzendenz, zwischen Körperlichkeit und Leichtigkeit.

Auch die Materialien erzählen ihre eigene Geschichte. Upcycling-, Recycling- und Deadstockstoffe bilden die Basis der Kollektion, ergänzt durch nachhaltige Spitze, Denim aus Biobaumwolle, gegossenes Naturlatex in Schlangenoptik, zertifizierte Materialien wie Tencel sowie traditionell gefertigten Tiroler Loden. Gegensätze von rau und glatt, opak und transparent prägen Oberfläche und Ausdruck.

Die Silhouetten bewegen sich in einer minimalistischen Avantgarde. Skulpturale Korsagen treffen auf fließende Drapierungen, feste Materialien auf Bewegung. Volumen entsteht durch Konstruktion und Auflösung zugleich. Organische Applikationen verleihen den Looks eine neue Dreidimensionalität — sichtbar, spürbar, bewusst unperfekt.

LILITH ist weniger eine Kollektion als eine Haltung. Sie lädt dazu ein, Komplexität nicht zu vereinfachen, sondern sichtbar zu machen. Kleidung wird zur Sprache für das, was oft verdrängt oder dämonisiert wird — und genau darin liegt ihre zeitlose Aktualität.

Alle Runway-Momente und exklusive Backstage-Einblicke zeigen wir hier auf FRONTROW.

PR: courtesy Rebekka Ruétz / Photo Credit: Marcus Hartelt / Annika Yanura

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